Fischanatomie: Die Fischflossen

Über Flossenarten und Schwanzflossenformen

Flossen des Fisches
Flossen des Fisches

Fischflossen

Im dritten Artikel unserer kleinen Serie zur Fischanatomie geht es um Fischflossen. Welche Flossen gibt es und wie werden sie unterteilt?

Paarige und unpaarige Flossen

Wesentliche Merkmale zur Unterscheidung der Arten sind die Flossen. Die Wissenschaft unterscheidet hier zwischen paarigen und unpaarigen Flossen. Das heißt ganz einfach – einmal auftretende Flossen (unpaarig) und doppelt auftretende Flossen (paarig). Praktisch jeder Fisch hat zwei paarige Flossen, nämlich die

  • Brustflossen und die
  • Bauchflossen

Außerdem besitzt der Fischkörper drei oder vier unpaarige Flossen:

  • Rückenflosse
  • Schwanzflosse
  • Afterflosse
  • Fettflosse

Die Fettflosse ist ein typisches Merkmal der lachsartigen Fische (Salmoniden) sowie des Zwergwelses.

Formen und Positionen der einzelnen Flossen und Flossenpaare variieren enorm. Sie erfüllen jedoch jeweils immer die gleichen Grundaufgaben. Paarige Flossen dienen der Steuerung (Brust- und Bauchflossen) sowie der Fortbewegung, dem Bremsen und der Gleichgewichthaltung (Brustflossen). Die Aufgaben der unpaarigen Flossen sind Stabilisierung der Körperhaltung (Rücken- und Afterflossen) und Fortbewegung (Schwanzflosse).

Bauchflossen

Obwohl die Positionen der Flossen variieren, lassen sich charakteristische Grundpositionen der Flossen definieren. Die Position der Flossen ist nicht selten ein geeignetes Merkmal zur Bestimmung der Art. In Abhängigkeit von der Stellung unterscheidet man

  • kehlständige Bauchflossen z.B. bei Dorschartigen
  • brustständige Bauchflossen z.B. bei Barschen
  • bauchständige Bauchflossen z.B. bei Salmoniden, Cypriden oder Hechten

Rückenflossen

Rückenflossen (ein bis drei) können

  • über dem Bauchflossenansatz
  • hinter dem Bauchflossenansatz oder
  • nach hinten versetzt

sein. Die nachfolgende Grafik zeigt typische Vertreter. Fische mitzwei Rückenflossen (Barsche, Koppe, Quappe) können entweder zwei verbundene Rückenflossen (Kaulbarsch) oder getrennte Rückenflossen(Zander) besitzen. Einige unserer heimischen Meeresfische, wie zum Beispiel Köhler, Dorsch und Schellfisch, haben drei Rückenflossen.

Afterflossen

Während alle Süßwasserfische eine Afterflosse besitzen, können manche Meeresfische zwei Afterflossen haben. Einige Arten weisen charakteristische Afterflossenformen auf und lassen diese damit zum Arterkennungsmerkmal werden. Drei typische Afterflossenformen sind

  1. geschlossener Flossensaum – Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen geschlossenen Flossensaum (z.B: Aal)
  2. lange und spitz (z.B. Blei, Güster oder Zobel)
  3. sehr lang und niedrig ausgeprägt (z.B. Wels)

Nicht zuletzt kann auch der Hinterrand der Afterflosse Unterscheidungskraft haben. Er kann konvex (nach außen) oder konkav(nach innen) ausgeprägt sein (konvex beim Döbel vs. konkav beim Hasel).

Schwanzflosse

Vier charakteristische Schwanzflossenformen werden unterschieden

  1. gleichmäßige Form (Forellen)
  2. gegabelte Form (Rotauge, Aaland, Zander, Barbe)
  3. gerundete Form (Quappe, Koppe, Steinbeißer)
  4. unsymetrische Form (Störe, Haie)
Schwanzflossenformen
Schwanzflossenformen

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